Ein Blick nach draußen verheißt nichts Gutes. Starke Böhen zerren an den gelben Jacken des Bodenpersonals. Es pfeift an allen Ecken und Enden. Im Flugzeug beschäftigen sich Frauen mit Notreperaturen an ihren Frisuren, teilweise mit bescheidenem Erfolg. Über die Kabinensprechanlage ertönt eine Startverzögerung. Ob die mich noch rauslassen? Nein, jetzt wäre es zu spät!
Komisch, an Kurse und Methoden
zur Bewältigung von Flugangst muss ich immer in solchen Situationen denken. Beim Take off schließe ich die Augen, schließlich sind Start und Landung bei der Fliegerei die gefährlichsten Momente. Ich hasse diese fiesen Anstiege und hinterhältig steilen Kurven. Während ich mich vom ersten Schock erhole, diskutieren die Stewardessen schon über ihre Hotelzimmer.
Es sollte noch schlimmer kommen!
Auf der Flughöhe angekommen ist es schon dunkel, in der Ferne sieht man einige Blitze. Plötzlich scheinen wir in ein unendlich tiefes Loch zu fallen, es zieht mir ganz unangenehm direkt unter dem Bauchnabel. Dann scheint irgendeine übergeordnete Kraft ihre Macht über das Passagierflugzeug zu erlangen. Alles rüttelt und schüttelt, als wollten unsichtbare Riesen aus Spaß Tragflächen abbrechen. Kurz davor gab es von den Stewardessen noch Kaffee und Lose. Ob letztere bei einem Flugzeugabsturz auf Erben übertragbar bleiben, hängt wohl vom Gewinn ab und ob man die Lose dann überhaupt noch findet.
Nassgeschwitzt und mit einem ganz trockenen Hals hoffe ich auf ein baldiges Ende der Flugturbulenzen. Es ist dieses bedingungslose Ausgeliefertsein, das einem die Kehle zuschnürrt und die Flugangst anstachelt. So mag es bei einer Hinrichtung sein, in Schockstarre wartet man auf das sicherer Ende. Wenn es im Auto brenzlig wird, kann man in der 30er Zone noch aus der Tür hüpfen oder bei einer Ballonfahrt vielleicht über einem Baggersee abspringen. In 11.000 Meter Flughöhe wird das schwierig. Gespräche im Finanzamt oder Gerichtstermine sind im Vergleich zu Flugreisen auch kein Vergnügen, doch enden Sie nur in den seltensten Fällen mit dem Tod. Leute, die mit guten Ratschlägen ihr Geld verdienen, schreiben, man könne sich bei geschlossenen Augen schöne Dinge vorstellen und so die Flugangst vertreiben. Bei mir stimmt das nicht! Meine Fantasie sagt mir höchstens, dass irgendwo in den Turbinen ein Schraubenzieher vergessen wurde und der sich langsam in Bewegung setzt.
Flugrisiko - mit Statistik sicher ans Ziel
Rein statistisch gesehen scheint Fliegen ein sicheres Reisemittel zu sein. Wenn im Lautsprecher jedoch Brace ! Brace! ertönt, hilft das wenig. Vielleicht ist ihre Flugangst durch einen der folgenden Geheimtips wie weggeblasen.
Gespräche mit Sitznachbarn
Nehmen Sie grundsätzlich Ihre Schweigermutter mit und fragen Sie scheinbar belanglos nach Kochrezepten, oder der guten alten Zeit von früher. Als besonders brauchbare Sitznachbarn erweisen sich frisch geschiedene Personen, oder solche im Trennungsjahr. Bis diese ihre persönliche Sichtweise der einst traumvollen Partnerschaft erzählt und Sie es verstanden haben, sind schon 1000 Flugkilometer vergangen. Sind wir mal ehrlich, wenn es anderen schlechter geht als uns, geht es uns schnell besser und bei Beziehungen kann man immer irgendeinen Senf dazugeben.
Betrunken ins Flugzeug
Eine interessante
Alternative mit Grenzen. Wer mehrmals unaufgefordert das Bordpersonal umarmt, sich im WC einschließt oder unter Alkohol unbedingt mit den Piloten sprechen möchte, erreicht schnell das Gegenteil.
Fallschirm im Handgepäck
Vorsorge dieser Form kann beruhigen. Wer im Enstfall doch auf die Künste der Piloten zählt, kann seinen Falschirm noch immer unter den anderen Fluggästen versteigern. Probleme könnte das Sicherheitspersonal bei der Gepäckkontrolle bereiten. Während Sie um Klärung bemüht sind, den Beamten ihr Gefühlsleben und den Stammbaum der letzten 200 Jahre erklären, ist der Flieger vielleicht schon weg.
Soziale Netzwerke bilden
Animieren Sie Mitflieger spontan zu Mitmachspielen, Karaoke oder basteln Sie mit den Pappbechern
und Prospekten schöne Geschenke für die Angehörigen.
Wird fortgesetzt...©Ernst
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